Und täglich grinst der Tintenfisch

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von Gefreiter Schlumpi Wurzelbach (FROG)
Online seit 16. 12. 2007
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Das Schneevaterfest steht vor der Tür. Eine Zeit der Besinnlichkeit und Ruhe. Doch nicht in der Wache, als plötzlich ein Mord geschieht, der verdächtig nach einem höchst geheimen Geheimbund aussieht.

Dafür vergebene Note: 10

Wer weiß, was eine Schneeflocke denkt? Denkt sie vielleicht:"Oh, ich falle gerade auf Ankh-Morpork herab. Meine Güte, jetzt geht es also in die Schatten. Hübsch-hässlich hier! Hey, da liegt ja eine Leiche. Könnte ich ja mal drauffallen. Sieht ja aus, als wenn die Wächter schon da wären. Hui, der sieht aber echt böse aus. Ziemlich blöder Ort zum Sterben. Auf so einem Hinterhof möchte ich nicht enden. Ach, TOD ist ja auch da. Dem ist wohl nie kalt.

TOD strich sich eine Schneeflocke von der Schulter, hob die Sense und durchtrennte den Lebensfaden von Ernesto Grübel, 2. Ausrufer der Gilde der Schreier, Brüller und Krachmacher.
"MENSCH! DAS IST JA WOHL TOTAL....."
ENTSCHULDIGE BITTE, ABER DER EINZIGE DER HIER IN GROßBUCHSTABEN ETWAS SAGEN DARF BIN ICH.
"ENTSCHULDIGE BITTE! SO REDE ICH IMMER!"
WENN ES DICH NICHT STÖREN WÜRDE KÖNNTEST DU ETWAS LEISER SEIN.
"Nagut, ich probiers."
SO,DU BIST ALSO HERR ERNESTO GRÜBEL, GEBOREN IN DER ANKERTAUGASSE, 2.AUSRUFER DER GILDE DER SCHREIER,BRÜLLER UND KRACHMACHER.
"GENAU HÄR! Bitte um Verzeihung. Was passiert jetzt mit mir?"
DAS MUSST DU SELBST HERAUSFINDEN.
Ernestos Geist verblasste.

Die kleine Schneeflocke hatte sich gerade behaglich auf TODS Schulter in den Kaputzenmantel gekuschelt und freute sich über den kalten Ort [1] als TODS Hand nach oben zuckte und sie wegstrich. Man weiß nicht ob Schneeflocken Entsetzen empfinden können, doch eine ähnliche Empfindung stieg in der kleinen Schneeflocke auf, als sie nun langsam aber unaufhaltsam auf das warme Blut, dass bereits die Schneeschicht getaut hatte, der sie sich eigentlich hatte anschliessen wollen, herabsank.
"Oh Sche....BlubbBlubbBlubb."


Schlumpi Wurzelbach zog mit einer Hand die Kapuze seines Mantels vom Kopf und wischte mit der anderen durch seine Haare. Trotz der Kapuze waren seine Haare vom Schnee nass geworden und klebten ihm nun am Kopf.
Könnte ich auch mal wieder schneiden lassen. Aber der Friseur ist so teuer dachte er, als ihm eine Strähne in die Stirn fiel.
Wirklich ein jämmerlicher Ort zum sterben.
Seine grünen Augen huschten von den brüchigen, aus Lehmziegeln bestehenden Wänden des Hinterhofes, an denen Blut klebte, über den Abfallhaufen in der Ecke zu der Leiche des Mannes. Er war nicht direkt dick, eher die Art Mann, der früher gut trainiert war und dann in den Genuss von guten Mahlzeiten gekommen war und mit dem Training aufhörte.
"Tut mir leid, aber Sie dürfen hier nicht durch!"
Olga-Maria Inös stand hinter der faltbaren Absperrung und hielt ihren Schlagstock verkrampft in der Hand.
"Keine Sorge Gefreite, ich dachte mir, dass ihr vielleicht Hilfe braucht?" Schlumpi zückte seine Dienstmarke.
Die Gefreite grinste und zog ihn auf die andere Seite der Absperrung.
"Klasse Idee. Du passt auf das niemand in unseren Tatort latscht und ich kümmere mich um die Spuren. Wir sind mal wieder chronisch unterbesetzt." Erleichtert wandte sich Olga-Maria dem Tatort zu.
Seufzend zog Schlumpi seinen Mantel aus und wandte sich in seiner Froguniform der herandrängenden "Menge" entgegen. Eigentlich hatte er nur seine Neugier befriedigen und einen Blick auf den Tatort erhaschen wollen.
Stattdessen stand er nun dem ankh-morporkianischen Mob gegenüber. Noch bestand dieser nur aus einer alten Frau und zwei Katzen, doch bald würde es hier nur so vor Schaulustigen wimmeln.
Neugierig kam die alte Frau zur Absperrung.
"Was ist hier passiert, junger Mann?" fragte sie herrisch und reckte den Kopf um einen Blick hinter Schlumpi zu erhaschen.
"Nichts Mä`m, gehen Sie bitte weiter."
"Ich geh nicht weiter bis Sie mir sagen was hier geschehen ist!", beharrte die alte Dame. Sie zog eine kleine Schachtel aus ihrer Handtasche und schob sich genüsslich ein Bonbon in den Mund.
"Ich habe Zeit, wie Sie sehen. Also warum sind Sie nicht ein guter Junge und sagen mir was passiert ist?" Der Tonfall kam Schlumpi vage bekannt vor. Frau Düstergut, seine alte Erzieherin, hatte so ähnlich geklungen. Schaudernd erinnerte er sich daran was passiert war, wenn er es wagte ihr zu widersprechen und setzte schon zu einer Antwort an, als hinter ihm die Stimme Olga-Marias erklang:
"So, wir sind hier fertig. Wenn du eben schnell zur Kröselstrasse rennst und einen Karren für die Leiche holst, Gefreiter...."
" Leiche? "
"Mä`m, ich versichere ihnen...."
"Ist man vor seiner Haustür nichtmehr sicher vor MORD! MORD! MORD!?!", gelte der Schrei der alten Dame durch die Gasse.
Augenblicklich wurden Fensterläden aufgerissen und die Gesichter anderer alter Frauen erschienen in den Öffnungen.
"Was sagst du da, Giesela?", krächzte ein altes Mütterchen von der gegenüberliegenden Seite.
"Ich habe gesagt, dass man vor seiner eigenen Haustür nicht mehr sicher ist, Irene", erwiderte die Frau.
"Was? Ich hör so schlecht. Warte mal kurz." Der Kopf verschwand und erschien Sekunden später wieder. Aus einem Ohr ragte eine riesige "Hörtröte".
"Vor seiner eigenen Haustür ist man nicht mehr sicher, Irene."
"Achsooo. Ja, aber wir sind hier ja in den Schatten, was Giesela?", grinste das Mütterchen verschmitzt zurück. "Da muss man auf seine Unschuld aufpassen, jawoll!"
"Aus dem Alter bist du raus, Irene."
"Aber du, Giesela!", keifte die Alte zurück.
Schlumpi hatte indessen seinen Posten an Olga-Maria abgegeben und zog sich seinen Mantel über die Schultern.
"Bin sofort wieder da", flüsterte er ihr zu.
"Beeil dich."
Schlumpi schlich sich um die Ecke, um so wenig Aufmerksamkeit von Giesela wie möglich auf sich zu lenken und sprintete los.
Nach wenigen Metern nur rutschte er auf einer Eisfläche aus. Der Winter war dieses Jahr erstaunlich früh gekommen. Der Schnee auf den Dächern ließ die Stadt beinahe schön erscheinen. Auch der Gestank war erträglicher geworden.
Dies alles beschäftige den Gefreiten jedoch wenig als er auf dem Eis dahinschlitterte.
"Waaaaaaah!"
Verzweifelt ruderte er mit den Armen, um sein Gleichgewicht wiederzufinden. Dann klammerte er sich an eine Hausecke und rutschte um die Hausecke.
Wie immer bei solchen Gelegenheiten prallte er in einen bisher Unbeteiligten. In diesem Fall handelte es sich um T.M.S.I.D.R. Schnapper, der damit beschäfigt war Mützen "aus Lamafell, gerade von den Berghängen Cori Celestis eingetroffen. Die Tiere trinken aus denselben Quellen welche auch die Götter nutzen!" zu verhöckern.
"Waaaaaaaaaaaaaaah!" gellte Schlumpis Schrei als er in Schnapper rammte.
"Waaaaaaaaaaaaaaah!" gellte Schnappers Schrei und instinktiv warf er seine Waren in die Höhe. Jahrelang geschulte Reflexe, welche Schnapper den Angriff eines Drachens, Wesen aus den Kerkerdimensionen und Qualitätsprüfer hatten überstehen lassen sorgten dafür, dass er sich für eine Gewichtsminimierung zwecks Fluchtinstinkt entschied. Einige Mützen landeten auf Schlumpis Kopf[2] und er torkelte weiter auf die nächste Eisfläche.
Schnappers zweiter Überlebensinstinkt schaltete auf Autopilot und er begann zu schreien.
"Er klaut meine Waren! Haltet ihn auf!"
Schlumpi wankte über die Eisfläche und kollidierte mit einer Wand. Blitzschnell zog ihm Schnapper die Mütze vom Kopf, verpasste ihm einen herzhaften Tritt und eilte weg.
Benommen rappelte sich der Gefreite auf.
Er schnaubte um den Geruch nach Katzen aus der Nase zu bekommen und blickte irritiert Schnapper hinterher. Was war geschehen? Hatte sich eine Katze um seinen Kopf gekrallt? Es roch ganz danach.
Wenige Minuten später erreichte er endlich das Wachhaus. Drinnen herschte wohlige Wärme.
"He du!" wandte er sich an den wachhabenden Rekruten.
"Ja Gefreiter?"
"Ah, Norti. Hab dich garnicht erkannt." Der Zwerg hatte seiner üblichen Kutte einen zweiten und, so wie es schien auch einen dritten und vierten, Mantel hinzugefügt.
"Hier drinnen ist es doch warm", wunderte sich Schlumpi.
"Ja, aber draussen nicht. Hab mir eben beinahe was abgefroren. Ich hatte Streifendienst und bin erst vor 2 Minuten reingekommen. Erstmal aufwärmen."
Schlumpi nickte zustimmend.
"Norti, kannst du mir einen Gefallen tun? Organisierst du einen Eselkarren mit einigen Rekruten, die in die vierte Seitengasse der Betrug&Schwindelgasse fahren und dort der Gefreiten Olga-Maria Inös von S.U.S.I. eine Leiche abnehmen? Natürlich nur, wenn Rogi zustimmt."
Diensteifrig salutierte der Rekrut und ging in Richtung Schlafsaal. Schlumpi entschloss sich noch eben eine Tasse Tee zu trinken und dann zum Pseudopolisplatz zurückzukehren. Ein Scheppern ertönte hinter ihm. Eine Kugel aus Zwerg, Wolle, Eisen, Leder und nochmehr Wolle wand sich auf dem Boden.
Schlumpi holte Luft um eine Lachattake zu beginnen, als er Nortis Stimme durch die Umhänge dringen hörte.
"Lach nicht! Hol mich hier raus! Ich hab da was verloren!"
Das Lachen gefror zwischen Zwerchfell und Mund und Schlumpi stürzte sich auf den Klumpen. Eifriges Zerren förderte den Zwerg zutage.
"Weg da!"
Norti und Schlumpi warfen sich hinter den Wachtressen in Deckung.
Ein gedämpftes BUMM ertönte und die beiden lugten über die Theke.
Die Mäntel hatten die Detonation offenbar gedämpft, doch jetzt waren nurnoch rauchende und schmurgelnde Stofffetzen übrig.
"Das war knapp. Räum das besser weg, bevor irgendwer davon erfährt. Und bete, dass keine Spuren im Boden sind."
Norti wischte sich den kalten Angstschweiß von der Stirn und beeilte sich die Reste seiner Mäntel in einen Müllschlucker zu zwängen.
"Willft du mif verarfen? Fofaf eff ich nif!"
"Ach, halt`s Maul!"

Fröstelnd hängte Schlumpi seinen Mantel an den Kleiderhaken an der Innenseite seiner Bürotür.
Dann begutachtete er das Chaos, was auf seinem Schreibtisch herrschte. Seufzend begann er damit, Unterlagen aus Kartons zu packen und sein Büro einzurichten. Eigentlich war es garnicht sein Büro, doch von seiner Mitbewohnerin Mindorah hatte er bisher wenig mitgekriegt.
Gerade als er eine Pause machen wollte und sich einen Tee aufgesetzt hatte, öffnete sich seine Tür einen Spalt breit und ein kleiner Dämon mit Ringelsocken huschte auf seinen Schreibtisch.
"Gefreiter Wurzelbach! Angetreten!", gellte der Schrei des Dämons durch den Raum. Er versucht mit seiner quiekigen Stimme Kandras Tonfall nachzuahmen.
Erschrocken zuckte Schlumpi zusammen und eine Flut Wasser ergoss sich aus der Teekanne über seine Akten. Fluchend wischte er das Wasser von den Unterlagen. Nachdem der gröbste Schaden beseitigt war, stürzte er sich aus seinem Büro und rannte die Treppe hoch zum Büro seiner Abteilungsleiterin.
Kanndra stand vor ihrem Schreibtisch und wippte ungeduldig mit einem Fuß.
"Was hat das so lange gedauert, Gefreiter?" Ohne auf eine Antwort zu warten fuhr sie fort: "Du warst doch eben an diesem Tatort in den Schatten, hab ich recht? Ich hab hier eine Anfrage von Ruppert von Himmelfleck, dem Okkultismusexperten bei S.U.S.I., ob er sich dich für diesen Fall ausleihen dürfte." Kanndra hob eine dünne Mappe von ihrem Schreibtisch. "Hier steht alles drin, was S.U.S.I. bisher weiß. Mach dich sich damit vertraut und hilf ihnen nach Kräften. Enttäusch mich nicht! Noch Fragen?"
"Ja, Mä`m. Warum ich?"
"Dem Hauptgefreiten ist dein Angatschämont bei dieser Hufeisensache aufgefallen."
"Wirklich? Ich hatte das Gefühl, er würde mich für einen dummen Streber halten!"
"Öhm, ja, er meinte aber, dass die Sache eine Gelegenheit für dich zum Lernen sei und deine Fähigkeiten benötigt würden."
Schlumpi hob eine Augenbraue.
"Nagut, eigentlich hat er gesagt "Ich will mal sehen wie der kleine Klugscheißer damit klarkommt." "
Schlumpi grinste.
"Aber das ist kein Grund, warum du nicht dein Bestes geben solltest."
"Ich sehe es als Ansporn, Mä`m."
Schlumpi salutierte und verliess den Raum. Leise vor sich hinpfeifend kehrte er zu seinem Büro zurück. Dort angekommen setzte er einen zweiten Tee auf, fegte die Akten vom Tisch, setzte sich und begann damit die bisherigen Erkenntnisse von S.U.S.I. zu studieren.
Sieben Stiche.....vier davon in Herzgegend....Abschürfungen an den Unterarmen....Beule am Hinterkopf....Abdruck eines Brandeisens auf der Brust....Bild eines grinsenden Tintenfisches....keine Spuren eines Kampfes am Fundort der Leiche....auch sonst keine Spuren am Fundort....der Tote heisst Ernesto Grübel und war 2. Ausrufer....lebte in der Ankertaugasse 7....offensichtlicher Ritualmord....keine Wertgegenstände dabei....Spinnenweben an der Kleidung.....
Schlumpi schüttete sich eine neue Tasse Tee ein und dachte nach. Das war zu offensichtlich. Der Mann war niedergeschlagen worden, gefesselt und in einen Keller oder etwas ähnliches gebracht worden. Dann hatte man ihn gebrandmarkt, niedergestochen und in den Hinterhof geschafft. Wofür brauchte man ihn bei einem solchen Fall? Es war doch alles klar. Ausser dem Täter natürlich....
Grübelnd schlurfte Schlumpi zum Büro des OKKEX.
Vor der Bürotür angekommen strich er seine Uniform glatt und klopfte an.
"Herein!"
Schlumpis erster Blick fiel auf den leeren Schreibtisch von Laiza Harmonie, der zweite auf Ruppert, der hinter seinem Schreibtisch links neben der Tür saß.
"Guten Tag, Gefreiter."
"Guten Tag, Obergefreiter." Schlumpi nahm extrazackig Haltung an um Ruppert zu ärgern.
Dieser ging jedoch nicht darauf ein und deutete ihm mit einer Handbewegung sich auf den Stuhl vor seinem Tisch zu setzen.
"Kaffee?"
"Tee, wenn du welchen hast."
Ruppert begann damit den Teee zu kochen und sprach über die Schulter weiter mit Schlumpi:
"Also Wurzelbach, ich nehme an du hast die Unterlagen studiert? Was hältst du davon?"
"Nun Sör, ich habe da eine Theorie entwickelt. Das Opfer wurde niedergeschlagen, in einem Keller gefangengehalten, dort gebrandmarkt und getötet. Danach schaffte man es in den Hinterhof."
"Ja, aufgrund des Berichts ist dieser Schluss nicht weiter schwer zu schliessen. Aber was hältst du von dem Brandmal?"
"Der grinsende Tintenfisch? Nun, da erhoffte ich mir eine Antwort von dir, Hauptgefreiter. Dein Spezialgebiet ist doch das Okkulte."
"In der Tat."
Ruppert wandte sich mit einer Teekanne in der einen und einem Buch in der anderen wieder um. Schwungvoll füllte er zwei Becher und legte das Buch auf den Tisch.
Sekten der Scheibenwelt, für den internen Gebrauch der Stadtwache von A-M
"Seite 67."
Schlumpi schlug die geforderte Seite auf und wurde von einem Tintenfisch angegrinst.
Die Sekte des siebenhäutigen, fröhlichen Tintenfischs von Zack-Zock las er.
"Eine Sekte? Also ein religöser Opfermord?" erkundigte er sich.
"Lies weiter."
Die Sekte des siebenhäutigen, fröhlichen Tintenfischs von Zack-Zack wurde aufgrund einer schweren Epedimie unter den Mitgliedern vor 70 Jahren aufgelöst. Sie widmeten sich vorallem dem Schutz der Tintenfischer von Regidür.
"Das macht doch keinen Sinn! Was haben ein paar Leute die vor 70 Jahren irgendwelchen Tintenfischern geholfen haben mit einem Mord zu tun?"
Ruppert grinste.
"Geduld, Gefreiter, Geduld."
Schlumpi senkte seinen Blick wieder auf das Buch.
Die harmlos scheinende Sekte hatte neuesten Erkenntnissen nach jedoch einen inneren Kern, welcher versuchte durch rituelle Opfermorde Macht über Geister und andere Jenseitige zu bekommen.
"Aha, daher weht also der Wind."
"Sieht so aus. Also, was hältst du davon?" fragte Ruppert.
"Scheint so, als wenn jemand versucht diese Sekte wieder ins Leben zu rufen. Oder die Sekte wurde vor 70 Jahren garnicht aufgelöst...."
Ruppert nickte zustimmend.
"...also müsste man Nachforschungen anstellen ob eine solche Sekte noch, bzw. wieder, existiert."
"Ganz richtig. Und das habe ich bereits getan. Mein Kontaktmann meinte, dass ihm eine solche Sekte nicht bekannt wäre. Was würdest du als nächstes tun?"
"Mir mehr Informationen über die Sekte bersorgen?"
Ruppert drehte sich um und zog ein Buch auf den Schreibtisch.
"Die Sekte des Siebenhäutigen. Eine Abhandlung von Prof. Dr. Dr. med. dän Rasen. Der Kerl hat eine Praxis in der Ankertaugasse."
Ankertaugasse! Da wohnte doch der Ermordete! schaltete Schlumpi blitzschnell.
Ruppert warf ihm das Buch in den Schoß.
"Hier, Gefreiter. Mehr Informationen über die Sekte findest du schwerlich."
"Vielleicht werde ich mich auch mit dem Autor unterhalten. Wo in der Ankertaugasse wohnt er?"
"Nummer 34 a."
"Danke."
"Halt mich auf dem Laufenden. Wenn du was herausfindest will ich das sofort erfahren."
"Natürlich."
"Also dann..."
"Einen schönen Tag noch, Hauptgefreiter."
"Gleichfalls."
Ruppert wandte sich einem Bericht zu und Schlumpi verliess leise das Büro, das Buch an seine Brust gedrückt.
Zurück in seinem Büro begann er damit, das Buch zu studieren. Nach dem zweiten Kapitel war ihm klar, dass der Autor offensichtlich ein Verschwörungstheoriefanatiker war. Nach ihm hatten die Leute von der Tintenfischsekte alle Regierungen der letzten hundert Jahre unterwandert und regierten im Untergrund die gesamte Welt. Ihre Macht war angeblich größer als die der Götter.
Kopfschüttelnd legte der Gefreite das Buch beiseite und nahm seinen Umhang von der Tür. Es wurde Zeit diesen Kerl mal kennenzulernen.

Die Ankertaugasse Nr. 34 a war eine kleine Doppelhaushälfte. Die Tür war schwarz gestrichen und ein Türklopfer in Form eines grinsenden Dämons war daran befestigt.
Schlumpi klopfte an. Aus dem Augenwinkel sah er wie die (schwarze) Gardine eines Fensters im Obergeschoss zur Seite gezogen wurde. Ein Auge, vergrößert von einer abnormriesigen Brille, linste nach draussen.
Dann öffnete sich die Tür. Ein Knarren ertönte.
Schlumpi betrat den schmalen Flur, an dessen Wänden Petroleumlampen gespenstisch flackerten. An der Wand zog sich zudem ein Faden entlang. Der Anwender dieses Mechanismuses hatte wohl keinen schwarzen Faden mehr gehabt und deshalb gelben nehmen müssen. Die Tür am Ende des Flurs stand offen, weswegen der Gefreite eintrat. Die Vorhänge waren zugezogen und im Kamin brannte ein Feuer. Davor stand ein Sessel. Rauchschwaden zogen daraus empor.
"Ähm, Hallo? Dr. med. dän Rasen?"
" Ja " Man merkte der Stimme an das ihr Besitzer viele Jahre geübt hatte um so sprechen zu können.
" Was kann ich für dich tun, Jünger? "
"Wiebitte? Mein Name ist Schlumpi Wurzelbach, nicht Jünger. Ich kenne aber einen Herrn Jünger. Er wohnt in der Willkommensseife."
"Ähm, nein, ich sagte: Was kann ich für dich tun, Jünger? DU musst jetzt sagen: "Ich suche Erleuchtung, Meister!" "
Schlumpi runzelte die Stirn und umrundete den Sessel.
Nervös blickte ein kleiner Mann mit Glatze über den Rand seiner riesigen Brille zu ihm empor.
"Du musst dich schon an die Regeln halten, junger Mann."
"Hey, du hast doch eben durchs Fenster geguckt, oder?"
Der Mann wischte sich Schweiß von der Stirn und zog nervös an seiner Pfeife. Hustend spuckte er in einen Spucktopf zu seinen Füßen.
Schlumpi ergriff die Initiative.
"Gefreiter Wurzelbach von der Wache. Ich hätte einige Fragen an sie wenn sie Herr Dr. med. dän Rasen sind."
"Mhmmm, der bin ich. Was haben Sie den auf dem Herzen, Herr Wächter?"
"Also erstmal würde ich gerne wissen, was das med. in Ihrem Namen bedeutet."
"Sonst nix? Das steht für mega-elitärer-Döskopp."
Schlumpi nickte.
"Und dann hätte ich noch Fragen zu der Sekte des grinsenden Tintenfisches von Zack-Zock."
Der Mann erbleichte.
"Seien Sie bloß still! Die hören uns!"
"Wer die?"
"Na, die Sekte. Die wissen alles."
"Schon klar."
"Glauben Sie mir. Das sind die wahren Herren der Welt. Die Götter? Pff, die sind nix dagegen. Die Tintenfischler, ja, das sind die ..."
"Herr dän Rasen, ich habe gerade keine Zeit für Ihre Verschwörungstheorien. Ich brauche nur einige Antworten."
Beleidigt blickte der Alte um sich. Dann wies er auf ein Bücheregal.
"Da steht meine Abhandlung über die Sekte. Können Sie kaufen. Kostet nur 8 Dollar."
"Die kenne ich schon."
"Oho, ein Kundiger?", freudig sprang Rasen auf. "Dann kommen sie mal mit."
Rasen zog Schlumpi am Ärmel mit zu einer Falltür und öffnete sie.
"Passen Sie auf ihren Kopf auf, die Treppe ist etwas eng. Und halten Sie die." Er drückte ihm eine Laterne in die Hand.
"Kein Problem, das bin ich gewöhnt."
Vier Beulen später hatten sie den Keller erreicht.
"So, da sind wir."
Beeindruckt sah sich Schlumpi um. Der Keller stand voll mit Bücherregalen, einigen Schreibpulten, allerhand okkultem Kram und von der Decke baumelte sogar ein ausgestopfter Alligator.
"Sind Sie Zauberer?"
"Papperlappap, Zauberer sind doch Amateure. Ich bin FREIER SCHRIFTSTELLER ."
"Sie arbeiten für die Times?"
"Nein Junge, ich schreibe, was ich möchte. Und immer die Wahrheit ."
Panisch blickte sich Schlumpi um. Die Wahrheit konnte sehr gefährlich werden, wenn man sie nicht gut portionieren konnte.
"Also, sehen Sie sich ruhig um. Hier stehen sämtliche Bücher über Okkultismus und Sekten. Und sie gehören alle mir. Ich bin der bedeutenste Sammler. Meine Sammlung über Okkultismus ist sogar größer als die der Unsichtbaren Universität! Also, wenn Sie Fragen haben, ich bin hier."
Rasen setzte sich an ein Pult und begann zu schreiben.
Planlos wanderte Schlumpi durch die Gänge der Regale, griff hier und dort ein Buch aus den Regalen und las einige Zeilen. Immer tiefer drang er in das Gewirr vor. Wenn der Obergefreite das sehen könnte. Der würde bestimmt ausflippen.
Schließlich kam er zum Ende der Regale, ohne etwas Nennenswertes über die Sekte des Tintenfisches gefunden zu haben.
Gerade wollte er sich auf den Rückweg machen, als er eine Kerzenhalterung am letzten Bücherregal sah. Komisch, wieso ist an diesem Regal ein Kerzenhalter und an den Anderen nicht? fragte er sich. Er trat näher und begutachtete den Kerzenhalter. Probehalber zog er daran. Knirschend schwang ein Teil der Wand beiseite und offenbarte den Blick auf einen Kerker. Ketten hingen an der Wand und in einer Ecke lag ein Metallgegenstand. Schlumpi trat näher. Es war ein Brandeisen in Form eines grinsenden Tintenfisches. Daneben lag ein Beutel. Der Wächter griff danach und drehte ihn um. Ein Messer und ein Knüppel purzelten auf den Boden.
Schlumpi blickte sich noch genauer um....

"Herr Rasen, ich muss sie leider verhaften wegen des Mordes an Herr Ernesto Grübel! Leisten sie keinen Widerstand, oder ich bin gezwungen exzessive Gewalt anzuwenden!"
Erschrocken blickte sich der kleine Mann um.
Abwehrend hob er die Hände.
"Nicht doch, ich habe noch nie jemanden getötet! Wovon sprechen sie überhaupt?"
"Herr Rasen, wenn Sie nicht freiwillig mitkommen..." setzte Schlumpi drohend an.
"Ist gut, ist gut, ich komme mit. Aber nur unter schärfstem Protest!"
"Zur Kenntnis genommen", kommentierte der Gefreite trocken.

"Gute Arbeit, Wurzelbach. Das ging aber schnell. Ich kann es ja kaum glauben. Ich meine, Dr. med. dän Rasen! Der kann doch keiner Fliege was zuleide tun. Aber die Beweise sprechen wohl gegen ihn. Das Messer, der Knüppel, das Brandeisen und der Kerker."
"Danke, Hauptgefreiter!"
"Bringt ihn in den Kerker und passt gut auf ihn auf", wies Ruppert zwei Rekruten an. Kamillus Schimmlersohn salutierte grinsend. Das war Verantwortung! Und er, Kamillus, würde ihr gerecht werden. Zusammen mit Nari Spontan griff er Rasens Schultern und zog ihn in Richtung der Zellen.
"Also Wurzelbach, Dienstschluss. Kleiner Drink?" erkundigte sich Ruppert.
"Nein danke, ich glaube ich gehe früh ins Bett."
"Auch gut. Dann bis morgen. Ich erwarte deinen Bericht."
"Jawohl, Sör."

Eine andere Schneeflocke senkte sich sanft auf die Zwillingsstadt der Scheibenwelt herab. Über der Ankertaugasse sah sie, wie eine Gestalt in dunkelblauem Kapuzenmantel sich der Nummer 34 a näherte und das Türschloss begutachtete, welches leicht verkratzt war. Sie sah noch, wie die Person beim Lächeln ihre Zähne zeigte, dann landete sie schon auf der Fußmatte. Über ihr spannte der Mantelträger die Muskeln an und katapultierte sich an das Fenstersims im Obergeschoss. Die kleine Schneeflocke hörte noch ein Klirren, dann deutete nichts mehr darauf hin das in dieser Nacht jemand mit einem dunkelblauen Kapuzenmantel unterwegs war.

Geschmeidig kletterte die Person durch das zerbrochene Fenster in den Flur von Nummer 34 a. Nachdem sich ihre Augen von der schneeweißen Helligkeit draussen an das schummerige Dämmerlicht drinnen gewöhnt hatten, schlich sie den Flur entlang zu einer Treppe, die ins Erdgeschoss führte. Danach betrat sie vorsichtig das Wohnzimmer. Im Kamin glühten noch einige Kohlen. In diesem Licht konnte sie einige Säcke auf dem Boden sehen. Die Falltür im Boden war offen. Aus der Öffnung drang Licht. Die Gestalt trat näher.
"Das Original von Wüterichs Wahnsinnsplan!...Bäuchlings baumelnde Brüllaffen - Biographie einer Sekte!...Und dieser alte Bastard wollte das nicht mit uns teilen! Diese Bücher sind unbezahlbar!!"
Ein irres Lachen drang aus der Falltür.
Leise eilte die Gestalt die Treppe hinab.
Im Keller bot sich ihr ein komischer Anblick. Ein bulliger Mann mit Robe und Zaubererhut tanzte um einen Stapel Bücher herum. Hin und wieder beugte er sich herab, zog ein Exemplar hervor und küsste den Einband.
"Es tut mir ja leid, dass ich Ihre kleine Party störe, aber ich denke, die werden Sie an einem anderen Ort beenden müssen."
Der Zauberer wirbelte um seine Achse und starrte den Kapuzenträger fassungslos an.
Dieser hob die Hand und schob die Kapuze zurück. Ein Schopf hellbrauner Haare kam zum Vorschein.
"Gefreiter Wurzelbach von der Stadtwache. Sie sind festgenommen!"
"Nein Wächter, du irrst dich! Ich bin ein Zauberer !"
Schlumpi musterte die eingedrückte Nase des Mannes, die geschwollenen Ohren und die fies blickenden Schweinsäuglein.
"Zauberer habe ich mir immer anders vorgestellt. Ich dachte dabei immer an alte, dicke Männer und nicht an ehemalige Berufsboxer und Schläger."
"So kann man sich irren."
Der Zauberer zog seine Ärmel zurück.
"Mach dich bereit zu Asche zu werden, Kleiner!"
"Och, willst du mir nicht erst deinen Plan erzählen?"
"Das kannst du ja mal voll vergessen!"
"Dann mutmaße ich einfach mal. Sie arbeiten in der Bibliothek der UU und haben von Herr Rasens Sammlung erfahren. Dann haben Sie ihn aufgesucht und wollten einige seiner Bücher kaufen. Aber er hat das abgelehnt...."
"Der alte Bastard!" grummelte der Zauberer.
"...dann haben Sie diesen Plan entwickelt, wie Sie ihn ausschalten könnten. Sie haben den erstbesten Passanten auf der Strasse niedergeschlagen, ihn
in den Keller geschleppt und dort getötet, gebrandmarkt und so weiter."
"Interessanter Gedankengang, Wächter. Mit zwei Fehlern! Erstens habe ich Rasen schon seit Monaten gebeten mir Bücher zu verkaufen, zweitens habe ich nicht den erstbesten geschnappt. Grübel war ein alter "Kollege" von mir."
"Da gibt es nur zwei Dinge die ich nicht verstehe. Warum haben Sie Rasen nicht einfach getötet? Und wie haben Sie Grübel in den Keller bekommen?"
"Rasen töten? Der Kerl ist ein Genie!"
"Wenn ich das nicht herausgefunden hätte würde man ihn hinrichten!"
Stumpfsinnig glotzte der Zauberer.
"Naja, zur Leiche..."
"Jaah!" Stolz richtete sich der Mann auf.
"Das hab ich ganz schlau gemacht. Ich habe gewartet bis Rasen aus dem Haus ist, hab das Schloss geknackt und Grübels Leiche von einem Karren ins Haus gezerrt."
"Sehr ... clever von dir."
Stolz nickte der Zauberer.
"Das war Ironie, du Depp!"
Wütend hob der Zauberer den Arm.
"Warte nur, mein Feuerball wird dich ... verfeuern!"
"Überaus schlagfertig", lächelte Schlumpi.
Der Andere fuchtelte wild mit seinen Armen.
"Na, kein Feuerball?"
"Warte mal eben..."
"Ach, komm schon, das wird nix. Wenn du mitgehst, macht das einen guten Eindruck."
"Vergiss es!"
Der Zauberer griff sich eine Laterne von einem Tisch und schleuderte sie nach dem Wächter. Klirrend zerbarst sie an einem Regal. Das trockene Pergament fing in Sekundenschnelle Flammen.
"NAAAAAAAIN!" Seelische Qual sprang aus jedem Quäntchen des Aufschreis.
"DU HAST SIE ZERSTÖRT! DU HAST SIE ZERSTÖRT! DAFÜR BRECH ICH DIR ALLE KNOCHEN!"
Schreiend stürmte der Zauberer auf Schlumpi zu.
Dieser warf seinen Umhang beiseite, um an sein Schulterhalfter zu gelangen, doch da war der Mann schon heran und prallte gegen ihn. Beide kullerten zu Boden, die Armbrust löste sich aus ihrem Halfter und flog in einen Regalgang.
Schlumpi hechtete hinterher, doch der Mann griff seine Beine und er flog wieder zu Boden.
Neben ihm ging ein Regal in Flammen auf. Ein herabfallendes Buch traf den Zauberer am Kopf und er liess den Gefreiten los. Dieser robbte zu seiner Waffe und richtete sie auf den Heranstürmenden. Das Haar seines Gegners hatte Feuer gefangen, doch diesen schien das überhaupt nicht zu kümmern. Brüllend kam er näher. Mit fliegenden Fingern entsicherte Schlumpi die Waffe und brüllte:
"Stehen bleiben oder ich schiesse!"
Doch da war sein Gegner schon heran und versetzte ihm einen wuchtigen Haken. Schlumpis Kof ruckte nach hinten und für einen kurzen Augenblick wurde alles schwarz vor seinen Augen. Dann hatte er sich wieder in der Gewalt und zu seinem großen Erstaunen hatte er sogar noch seine Armbrust in der Hand. Dies nützte ihm jedoch wenig, da sich sein Feind auf seinen Oberkörper gesetzt hatte. Das sein Haar in Flammen stand kümmerte ihn immer noch nicht. Die Arme des Gefreiten waren zwischen den Beinen des Anderen eingeklemmt, der nun damit begann, ihn zu bearbeiten. Eine Gerade traf seinen Mund, der sich sofort mit Blut zu füllen begann. Schlumpis Hand krampfte sich um seine Armbrust und unter größter Anstrengung gelang es ihm, sie etwas nach oben zu richten. Dann drückte er ab. Der Bolzen bohrte sich aus nächster Nähe in den Allerwertesten des Zauberers. Dieser quiekte auf und rollte von seinem Opfer herunter. Der Gefreite rappelte sich auf und erstickte schnellstmöglich die Flammen auf dem Kopf seines Gegners mit dessen Hemd.
"Ich kann doch nicht zulassen, dass du hier einfach abfackelst ohne das jemand dabei zuguckt!" gurgelte er, spuckte einen Mund voll Blut auf den Boden und wischte sich den Mund ab.
Dann griff er sich den Mann, der das Bewusstsein verloren hatte, und zerrte ihn aus der brennenden Bibliothek.

Fröhlich pfeifend betrat Ruppert sein Büro. Dass dieser Ritualmord so schnell gelöst war hätte er nicht gedacht. Das Lächeln auf seinem Gesicht gefror als er den Zettel auf seinem Schreibtisch entdeckte.
Triff mich bitte bei den Zällen, es gibet etwas neues im Ritualmort. Schlumpi.
Schnaubend griff der Werwolf sich den Zettel und ging in Richtung Keller.
War ja klar das Wurzelbach das verpatzt! dachte er.
Bei den Zellen entdeckte er Schlumpi, der an einem Tischchen saß und einen Bericht schrieb.
"Wurzelbach!"
"Guten Morgen, Härr." Der Gefreite wandte sich um und Ruppert sah die Ringe unter seinen Augen.
"Hast du heute gar nicht gepennt Mann?", giftete er.
"Nein, Härr." Taumelnd erhob sich Schlumpi von seinem Stuhl.
"Ich habe den wahren Mörder von Herrn Grübel dingfest gemacht. Es handelt sich hierbei um einen Herrn Roger "Zement" Bolig. Er war früher Rausschmeißer und arbeitet jetzt in der UU. Ich habe sogar schon mit einem Verantwortlichen gesprochen. [3]
Ich muss dazusagen, dass er nicht auf Anweisung eines Mitglieds der Fakultät gehandelt hat. [4]
Herrn Rasen habe ich schon freigelassen. Ein Großteil seiner Bücher ist bei der Festnahme verbrannt", erklärte Schlumpi.
"Und was macht er jetzt?"
"Ich glaube, er ist zur Anwaltsgilde gegangen und will die UU verklagen. Das dürfte interessant werden", grinste der Gefreite.
Ruppert schmunzelte.
"Und der Kerl ist sicher der Mörder? Wie bist du da denn jetzt drauf gekommen?"
"Das war leicht. Zum einen war Herr Grübel ein sehr starker Mann, vor seiner Karriere als Brüller war er Rausschmeisser, genau wie Bolig. Rasen hätte nie die Kraft gehabt ihn KO zu schlagen. Nichtmals von hinten mit einem Knüppel. Zudem habe ich in der Zelle in Rasens Bücherei keine Blutspuren gefunden. Bolig muss Grübel woanders getötet haben. Es verwundert mich immernoch wie so eine tumbe Nuss so einen genialen Plan aushecken konnte. Ob es vielleicht doch eine Sekte der Tintenfische gibt, die ihn manipuliert hat?"
"Ich werde das mal im Auge behalten", versprach Ruppert. "Und jetzt würde ich sagen, hast du dir eine Mütze Schlaf verdient, Schlumpi. Wegtreten!"
"Danke...Ruppert."


EPILOG

Ein Mann blickte durch ein schmales Fenster am Pseudopolisplatz. Hinter der verschmutzten Fensterscheibe liessen sich die Konturen eines Mannes erahnen, der sich gerade aus seiner Uniform schälte und in ein Bett fiel.
"Für diesesmal hast du dich gut geschlagen mein kleiner Wächter. Beinahe alle Aufzeichnungen über uns vernichtet und zudem den einzigen Zeugen aufs Schafott gebracht. Wir werden sehen ob man dich nochmal gebrauchen kann."
Der Mann küsste einen grinsenden Tintenfisch, der in einen Ring eingraviert war. Dann eilte er mit langen Schritten in das Schneetreiben auf der Ponsbrücke und war verschwunden. Unten im Schlafsaal des Wachhauses warf sich Schlumpi Wurzelbach von einer Seite der Pritsche auf die andere. Er wurde von einem Albtraum gequält, in dem ihn ein grinsender Tintenfisch durch die Kanalisation jagte.

[1] warme Orte mochte sie verständlicherweise nicht übermässig

[2] wobei sich eine über seine Augen und seine Nase zog, wie in solchen Fällen üblich. Jaja, richtige Qualitätsmützen

[3]  "Bolig? Zauberer? Jaja, er denkt gerne er wäre einer. Wir brauchten wen um die schweren Bücherkisten zu schleppen. Und er ist ein Bekannter meines Schwagers." War die genau Antwort des verpennten Zauberers gewesen den Schlumpi um 3 Uhr Nachts aus dem Bett geholt hatte.

[4]  "Was hat der getan? Wenn ich den in die Finger kriege flammbier' ich ihn!"




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Feedback:

Von Lilli Baum

28.12.2007 18:32

</b><br><br>Deine Kritik hast du ja schon im Aim erhalten.

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