Rach Flanellfuß
25. 09. 2024 22: 38
Bendschi sah kurz nervös auf die Tischdecke, um dem Blick seines Gegenübers zu entgehen, als Ava und Ophelia nicht mehr zu sehen waren. Als er wieder aufsah, um sich nichts anmerken zu lassen, hatte Rach ein freundliches Lächeln auf dem Gesicht.
"Na, machst du auch Urlaub in Gennua oder was führt dich in den Gennua-Express?"
"Urlaub wäre schön, aber ich bin leider auf der Handelskonferenz zum Arbeiten", entgegnete Bendschi so gelassen er konnte und hoffte Ava würde bald wieder kommen. In der Nähe der Zwergin fühlte er sich sicher. Ob sie ihn wohl verstehen würde, ob sie ihm glauben und vertrauen würde, wenn es drauf ankam? Er hatte sich ganz schön in Scheiße geritten und er war sich nicht Sicher ob er das ganze noch durchziehen konnte, aber seine Leute zählten auf ihn und er musste seine Botschaft unbedingt auf der größten Handelskonferenz mitteilen, doch machte dies überhaupt noch einen Sinn nach allem was passiert war?
"Oh was, wenn man fragen darf? Du siehst nicht wie ein typischer Handelsvertreter aus."
Bendschi musste kurz lachen. Er und Handelsvertreter, der erklärte Feind.
"Ich bin mehr oder weniger im organisatorischen Bereich tätig." Eine weitere kleine Lüge und doch kannte er die Pläne der Handelskonferenz vermutlich besser, als die meisten der Angestellten vor Ort. "Passe auf das der Zeitplan der Agenda eingehalten wird oder das auch immer was zu trinken für die Redner da ist. So Sachen halt."
"Verstehe, das Mädchen für alles", witzelte Rach und Bendschi nickte mit einem Grinsen.
Er hatte für Tedzos gearbeitet und die Bedingungen waren so katastrophal gewesen, dass man als Sklave in Ephebe besser dran war und Goblins sah man unter den arbeitern ebenfalls selten. Er war sich ziemlich sicher, dass es noch nicht freie Golems bei Beff Tedzos gab und er war kurz davor gewesen es herauszufinden, als man ihn erwischt hatte. Im Büro des Chefs einzubrechen, war im Nachhinein nicht die beste Idee gewesen und sein Gesicht war noch immer gezeichnet, als Tedzos Handlanger ihn mehr als nur verprügelt hatten. Bendschis Mitbewohner wollte das ganze bei der Stadtwache melden und musste dabei feststellen, dass Tedzos seine Anzeige wegen Einbruch zuerst gemacht hatte. Zur Wache gehen war keine Option, aber auf der Handelskonferenz in Genua der ganzen Scheibe mitteilen wie Beff Tedzos seine Arbeiter behandelte, dass konnte vielleicht etwas bewirken. Aber war das überhaupt noch relevant, jetzt wo Beff Tedzos tot war? Er musste es versuchen, viele seiner ehemaligen Kollegen waren noch in diesen Knebelverträgen.
"Alles in Ordnung?", hörte er nun Rach der ihn eindringlich ansah und Bendschi bemerkte erst jetzt, dass ihm das Grinsen eingefroren war und er mit den Zähnen knirschte.
"Ah Verzeihung, ich bin wohl wirklich Urlaubsreif. Du bist wirklich zu beneiden."
Rach lehnte sich wieder zurück, nachdem er genug Gelegenheit hatte, sein Gegenüber zu studieren. Und alles sagte ihm, dass der Kerl was zu verbergen hatte. Noch dazu war sein Aufzug so schrill, mit dem grünen Hemd und silbernen Nadelstreifenanzug, war er recht auffällig, allerdings so auffällig, dass man nicht so sehr auf das Gesicht achtete und die vielen Narben erinnerten Rach sehr an seinen Großvater Zlorf. Er hatte ihn nie kennengelernt, aber das Porträt des ehemaligen Assassinenoberhauptes vergaß man nicht, wenn man es einmal gesehen hatte. Die Frage war nur, war Bendschi Täter oder Opfer? Zeit, ihn etwas aus der Reserve zu locken.
"Sag das nicht zu laut. Ich fürchte, mein Urlaub hängt am seidenen Faden. Um ehrlich zu sein, rechne ich jeden Auggenblick mit einer Klackernachricht in der es heißt ich soll die Ermittlungen unterstützen.", während Rach sprach, machte Bendschi große Augen. "Und dann heißt es Obergefreiter Flanellfuß meldet sich zum Dienst."
Bendschi zuckte kurz zusammen und schien gerade so noch den Impuls aufzustehen zu unterdrücken.
"Du bist Wächter? S-siehst gar nicht so aus", stotterte Bendschi und zupfte kurz an seinem Hemdkragen.
"Lange Geschichte", sagte Rach nur und nahm entspannt einen Schluck aus seiner Kaffeetasse, um sein Gegenüber nicht weiter zu alarmieren. Bendschi trommelte leicht mit den Fingern auf dem Tisch und hielt vermutlich nach Ava Ausschau. Dem Inspektor behagte nicht, dass er Ophelia nicht mehr im Blick hatte, aber er beruhigte sich, damit, dass Ava eher jedem die Knie abhackte, der ihr zu nah kam und Ophelia war durchaus imstande sich zu verteidigen. Bendschi jedenfalls schien auf der Flucht, doch die Stadtwache war wohl das kleinere Übel.
Rabbe Schraubenndrehr
20. 10. 2024 11: 47
Rabbe lag auf dem Dach des Bahnhofs und rauchte.
Sie konnte nicht abschalten.
Wieder und wieder rannten die Sicherheitsvorkehrungen durch ihren Kopf.
Nach Absprache mit der örtlichen Wache und der Hygienischen Eisenbahn stand der Zug für den Tag unter besonderer Bewachung. Eine gute Gelegenheit für ihre Einsatztruppe, sich ein wenig die Füße zu vertreten. Den Kopf frei zu bekommen. Neue Informationen würde es hier nicht zuhauf geben und inzwischen waren sie nach dem wochenlangen permanenten Einsatz alle so ausgelaugt das es unsinnig wäre, auch heute volle Bereitschaft zu fordern.
Nein.
Alle brauchten eine Pause…
Daemon und Dirk Samtpfote waren zur Hunderennbahn gegangen. Kanndra zu den heißen Quellen. Sebulon wollte ins Brauhaus. Jargon war einfach gegangen und Cim machte irgendeinen geheimnisvollen Unsinn. Wie immer.
Eigentlich sollte sie auch den Bahnhof verlassen. Einen Spaziergang machen. Etwas ordentliches Essen. In den Wald gehen. Weg von all diesen Leuten. Vielleicht ein paar lokale Distillate verkosten.
Aber irgendwie. War sie immer noch hier.
Sie sog erneut an der Zigarre und richtete sich auf.
Alles war ruhig. Die Wächter standen an den Türen bereit. Die Passagiere hatten, bis auf wenige kleine Gruppen, den Bahnsteig verlassen. Sie konnte nichts Verdächtiges wahrnehmen.
Sie atmete lange aus.
Vielleicht sollte sie sich zwingen, sich zu entspannen.
------------
Das Frühstück neigte sich dem Ende zu. Ophelia versuchte die Atmosphäre zu Genießen. Es war schön, in einer fremden Stadt zu sein, ein Stück Kultur zu erleben. Aber sie konnte sich nicht wirklich entspannen. Auch wenn sie den Traum im Wesentlichen abgeschüttelt hatte…
Sie spürte Racul. Seine Präsenz wurde schwächer oder stärker, von Moment zu Moment, aber sie war die ganze Zeit da. Als ob er nur ein Zimmer von ihr entfernt wäre. Als ob sie jeden Moment seine Stimme hören würde…
Sie lächelte dankbar als Rach ihr noch etwas von dem exzellenten Tee anbot. Sie sah in seinen Augen das er ihre Bürde wahrnahm. Es war sowohl tröstlich als auch ein klein wenig ärgerlich. Nicht weil sie dem Mitgefühl ihres Mannes nicht dankbar war oder weil sie glaubte, er hielte sie nicht für fähig, damit umzugehen. Vielmehr war es der alte Ärger mit dem sie sich abzufinden suchte. Das sie ihren Urlaub, ihr Leben, nicht einfach mit ihrem Partner Genießen konnte wie sie es wollte. Ohne ihre Barrieren stets aufrecht halten zu müssen. Einfach…entspannen…
Sie konzentrierte sich auf das hier und jetzt. In diesem netten kleinen Kaffee mit den zwar harten, aber durchaus wohlschmeckenden Brötchen. Sie lächelte Ava und Bendschi wohlwollend zu. „Habt ihr schon eine Idee wie ihr den weiteren Tag bis zur Modeschau herumbringen wollt? Wir könnten ja noch etwas durch die Stadt schlendern…“
Bendschi verzog ein wenig das Gesicht, lächelte gequält und neigte sich leicht in Avas Richtung. „Eigentlich, ähm.. würde ich den restlichen Tag gerne allein mit Ava verbringen. Sofern das denn deinen Wünschen entspräche, heißt das.“ Beim letzten Teil blickte er fragend und ein wenig nervös zu er Zwergin.
„Ich. Ähm. Ich… das…klingt nett. Ja. Warum nicht.“ Sie lächelte etwas unsicher.
Rach warf ihr einen langen Blick zu und ihr war sofort klar, was er von ihrem Vorschlag hielt.
Ophelia legte ihm sacht die Hand auf den Arm und ihr Partner seufzte kaum hörbar.
Er hatte ohnehin noch beim Uhrenmacher vorbeigehen wollen.
Avalania von Gilgory
20. 10. 2024 17: 48
Ava entging nicht, dass Rach wenig begeistert wirkte.
Aber alleine mit Bendschi? Auch wenn sie die Zeit bisher mit ihm genoss und er nett und aufmerksam war. Wollte sich ein ungutes Gefühl in ihrem Bauch nicht lösen?
Bisher konnte sie das ganz gut ignorieren, denn sie mochte Bendschi.
Nein, das drückt es nicht ganz aus.... Sie mochte Bendschi sogar sehr.
Aber das ging ihr alles zu schnell. Und einfach in das Gefühlschaos hineinstürzen, war nicht so ihr Ding. Ganz anders, wenn es um Äxte oder Wachekram ging.
„Ava … über was denkst du nach?“, fragt Bendschi leise, als er ihre Hand hielt.
Die Zwergin zuckte zusammen und lief rot an, als sie bemerkte, dass sie in ihren Gedanken versunken war. Wie peinlich, wie unhöflich.
„Ähm … so gerne ich Zeit alleine mit dir verbringe, Ben.“ Sie lächelte ihn aufmunternd an,
„Stimme ich doch Ophelias Vorschlag zu; zusammen, macht es doch viel mehr Spaß, die Stadt zu erkunden. Was sich seit meinem Weggang hier alles verändert hat.“
Jargon Schneidgut
19. 01. 2025 13: 01
Atmen - das war alles was Jargon gerade wollte, brauchte. Er lief mit hoher Geschwindigkeit durch die Straßen von Bums, ignorierte die Geräusche um sich herum und konzentrierte den Blick auf die dunklen Baumreihen in der Ferne, die sich über die Dächer der Stadt erhoben. Dort war sein Ziel.
Nach ein paar Minuten realisierte er, dass Sebulon ihn am Arm gepackt hatte und wurde langsamer.
"S- sieh an, äh, Gon, was - willst du?" fragte er mit einem schneiden Unterton.
"Mein sehr geehrter Nol - mir wurde soeben klar dass wir beide zusammen gehören und nicht einfach voneinander weggehen können." Sebulon warf ihm einen Blick zu der ihm klar machen sollte dass sie nicht getrennt voneinander in der Stadt gesehen werden sollten, der Tarnung wegen. Jargon wand sich aus seinem Griff und schüttelte den Kopf.
"Nein, Gon. Ich fürchte, ich brauche etwas Zeit- etwas Zeit allein."
Sebulons warf ihm einen weiteren Blick zu, der sagen sollte dass er das für eine schlechte Idee hielt und sagte: "Bitte! Bitte lass uns nochmal drüber reden, ich kenne eine gute Bar-"
"Auf wiedersehen, Gon." Jargon drehte sich dramatisch um, atmete den Gestank der Stadt um sich herum ein, und rannte dann blitzartig davon. Er fühlte sich wie ein kleines rebellisches Kind. Aber er würde es hier nicht viel länger aushalten.
Zeit verging. Es wurde früher Abend.
Entgegen der örtlich üblichen Gepflogenheiten war diese neue "Schissa"-Filiale, passend zum Namen
[1] größtenteils überirdisch erbaut worden. Natürlich gab es die üblichen unterirdischen Zugangswege und Verbindungen zu Schmalzberg, aber dennoch war diese Bauweise - typisch für viele geschäftliche Entscheidungen Pepes und Madame Sharns - kontrovers. Zudem wurde überall in der Stadt (überirdisch) für die Eröffnung geworben, mit Plakaten die gerade noch so auf Zwergenaugenhöhe waren. Dies sorgte für einen gewissen Unmut in der zwergischen Bevölkerung, und sorgte dafür dass sich bereits Stunden vor der Eröffnung Unmengen an Besuchern jedweder Spezies vor dem Bau versammelt hatten und Eintrittskarten verlangten. Diese waren gerade so billig dass Leute, die aus Protest hier waren, auch eine kauften. Die Veranstaltung drohte brechend voll - und aufgeladen - zu werden. Außerdem hatten sich sämtliche Fahrgäste des Gennua-Express hier eingefunden (außer Jargon), die gar keine andere Wahl hatten als zu dem Schluss zu kommen dass diese Veranstaltung das absolute Highlight des Abends sein würde.
Rabbe Schraubenndrehr
19. 01. 2025 13: 53
Das Gebäude war von simplen Formen geprägt die teuer verhangen waren. Wenn man eintrat, kam man durch eine Eingangshalle, zu einer Garderobe die zum ablegen schwerer Mäntel und Waffen anrief, wonach man in die Schauhalle eintreten dürfte. Weiße Stühle säumten den Saal auf der mittleren Plattform und den weitläufigen Balustraden. Links und Rechts vom Laufsteg waren Bänder aus rotem Samt aufgehangen um allzu eifrige Zuschauer vom anfassen der präsentierten Waren zu abzuraten. Weiße Samttücher verhängten die Balustraden, die kleinen Tische die außen für den Sektempfang aufgestellt waren und natürlich den gesamten Raum welcher sich links und rechts hinter der Bühne befand.
Der Raum war durch ungewöhnlich hell wirkende Lichter illuminiert. Rabbe war nicht sicher, ob es sich um Kerzen oder etwas anderes handelte, doch was immer es war, es brannte hell und war von weißem Glas umsäumt was den Raum in mehr milchig denn düsteres Licht tauchte.
Irgendwo spielte ein Orchester seichte Musik während der Saal sich füllte.
Rabbe starrte nach unten.
Sie hatte es sich in den Dachsparren bequem gemacht. Nicht das sich unten oder hinter der Bühne kein Platz für sie gefunden hätte – die Wache in Bums war relativ offen dafür gewesen, ihr da auszuhelfen – doch hier hatte sie alles im Blick.
Und sie war nicht so dicht an all den Leuten dran.
Sie trug praktische Kleidung und hatte ihr Seil mittels eines simplen Flaschenzug befestigt, welcher ihr gestatten würde, sehr schnell nach unten zu kommen, falls es notwendig wurde.
Es war eine verdammt schwer beherrschbare Situation.
Herr Pirsch saß bereits seit einer Weile an seinem Platz. Rabbe war mit ihm, Madame Sharn und Herrn LeFanz hergekommen und Pirsch’s ununterbrochen Selbstbelobigung und Ansätze, zu erklären wie essenziell er doch dafür gewesen war das Handelsbeziehungen so gut geworden waren um derartige Geschäftsausbreitungen überhaupt möglich zu machen hatten sie sehr in dem Beschluss gestärkt, sich so weit von der Masse wie möglich zu verbarrikadieren…
Der Wirtschaftsmogul saß an seinem Platz, schlürfte Champagner und redete auf alle in seinem Umfeld ein, die ihm nicht entkommen konnten.
Rabbe grinste süffisant.
Ophelia und Rach wirkten, als könnten sie den guten Herren Handelsvertreter nur schwer aushalten.
Tragisch.Avalania von Gilgory
09. 03. 2025 18: 33
Kaum hatte Ava die Filiale betreten, wurde sie gleich von Madame Sharns empfangen und bestimmt von Bendschi, Ophelia und Rach getrennt und hinter den Laufsteg zur Umkleide geleitet.
"Ich glaube das ist keine so gute Idee, ich bin für sowas nicht gemacht." versuchte die Zwergin sich gegen den Griff zu wehren.
"Das sehe ich ganz im Gegenteil. Nach jemanden wie dir habe ich gesucht. Du passt perfekt für das Highlight dieser Modenschau:
Weniger ist mehr und die Farbe des Abend Taupe steht perfekt im Kontrast zu deinen Augen.
Und eh sie sich versah, wurde Ava in ihre neuen Kleider gesteckt, ihre zwei Zöpfe zu einem kunstvollen Zopf geflochten, auch in ihren Bart wurden Perlen eingeflochten und mit goldenen Strähnen Highlights gesetzt.
Schließlich kam auch noch etwas Make-up zum Einsatz, wenn auch dezenter als von Madame Scharn ursprünglich gefordert.
Da stand sie nun vor dem lebensgroßen Spiegel neben der Modedesignerin, die sichtlich begeistert von ihrer Kreation war, und war baff wie anders sie doch aussah.
Das Hauptlicht im Saal und hinter den Kulissen begann leicht langsam fünfmal aus und wieder anzugehen.
"Perfekt! “, jubelte Madame und klatscht begeistert in die Hände, "meine Damen, lasst mir mein Star nicht aus den Augen, ich muss meine Modenschau eröffnen"
Mit diesen Worten drehte sich die Designerin um und zwei stämmige Zwerge stellten sich neben Ava und ließen sie Wort wörtlich nicht aus den Augen.
Überall sonst begann es inzwischen hektischer zu werden und die Assistenten und anderen Modells beeilten sich fertig zu werden.
Vorne im Hauptsaal setzten sich die letzten Gäste und bis auf vereinzelte leere Plätze, war er gut gefüllt.
Rach, Ophelia und Bendschi konnten sich mit Müh und Not von Herrn Pirsch loseisen, das flackernde Licht, als Hinweis, dass es bald losging, war dabei eine perfekte Hilfe.
Und hatten sich gegenüber in den hinteren Reihen Plätze gesucht.
Während sie sich setzten, inspizierte er akribisch seine Umgebung, wobei ihm eine Bewegung oben im Gebälk nicht verborgen blieb.
Ah, das hat ja nicht lange gedauert.Rach fiel auf, dass er nicht nur alles im Blick hatte, was auf dem Laufsteg oder auf der anderen Seite passierte, sondern konnte natürlich auch schnell zum Ausgang laufen.
Interessanterweise kam der Platz-Vorschlag von Bendschi. Von hier aus hatten sie einen perfekten Blick auf die VIP-Gäste des Zuges plus lokaler Prominenz. Könnte Zufall sein, aber Rach glaubte nicht an Zufälle.
Rabbe hatte nochmal ihre Ausrüstung kontrolliert und dabei amüsiert das Geschehen um Avalania hinter der Kulisse beobachtet. Gerade drehte sie sich wieder zum Hauptsaal als eine auffällige Gruppe im Gänsemarsch den Saal betrat. Mindestens fünf hatten übergroße Regenjacken mit Kapuzen an und verteilten sich, wie auf Kommando, zu einzelnen freien Plätzen um den Laufsteg und nahe der VIP-Reihe.
Kurz darauf spielte das Orchester einen lauten Tusch und der Saal wurde verdunkelt. Nur der Laufsteg und der Vorhang wurden mit großen Strahlern beleuchtet.
Als Madame Scharn die Bühne betrat, wurde sie mit tosendem Beifall empfangen.
[1] Zwergisch: "Eine wunderbare Überraschung". Der "wunderbar" Teil könnte in diesem Kontext sarkastisch verstanden werden.