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Single-Mission:Mord im Hide Park

Mord im Hide Park

Bisher hat keiner bewertet.

von Oberfeldwebel Sillybos (SUSI)
Online seit 05. 06. 2010
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Wird RUM es schaffen, den Mörder des armen Daniel zu finden? - Wichtelsingle

Dafür vergebene Note: 13

Nachts im Hide Park. David steht regungslos an einer Wegkreuzung. Auftritt Billy und Daniel.
BILLY: Komm schon, wir können nicht ewig herumtrödeln. Dies ist eine gefährliche Gegend.
DANIEL: (außer Atem.) Einen Moment. Lass uns eine kurze Pause machen, ich kann nicht mehr.
BILLY: (etwas genervt.) Wenn 's sein muss. Aber mach mir nicht schlapp.
DANIEL: Das ist ganz schön anstrengend, so auf Dauer.
BILLY: Du musst mehr trinken. Das ist das A und O.
DANIEL: (atmet tief durch.) Es geht schon wieder. Ist ja auch bald geschafft.
BILLY: Gut. Da vorne ist die alte Kreuzung. Kommen wir also zum Geschäft.
Kurz darauf setzen sie ihren Weg fort.
DANIEL: Was sind das eigentlich für Markierungen?
BILLY: Es gibt eine klare Gebietsaufteilung zwischen uns und den "Roten". Diese Markierungen begrenzen unser Gebiet.
DANIEL: Verstehe. Gehen wir jetzt zu Bernhard und Dennis und den anderen?
BILLY: Nein, nicht direkt. Wir müssen einen Umweg machen.
DANIEL: Warum?
BILLY: Wir dürfen den Weg nicht verraten.
DANIEL: Selbst wenn die anderen ihn kennen würden, wüssten sie doch noch lange nicht die Parole, oder?
BILLY: Nein, aber dennoch lassen wir Vorsicht walten.
DANIEL: Gibt es keinen Geheimgang, oder so?
BILLY: Du fragst ziemlich viel...
DANIEL: Reine Neugier.
Sie verschwinden im Dunkeln. Kurze Zeit später kommt Billy allein zurück. Er geht auf die Kreuzung zu, prüft die Markierung, erneuert sie und geht dann ab.

~o~


Wachetresen. Wächter und Lord Künophil van Kolljee.
KÜNOPHIL: Heda, Stadtwache!
WÄCHTER: (desinteressiert.) Hm?
KÜNOPHIL: Ich bin Lord von und zu Sonstwie. Mein Daniel ist weg!
WÄCHTER: Das ist natürlich, ähm, tragisch.
KÜNOPHIL: Ihr müsst ihn finden!
WÄCHTER: Ähm, hier ist ein Formular für eine Vermisstenmeldung. (reicht dem Lord ein Blatt Papier.) Am besten einfach ausfüllen...
KÜNOPHIL: Grmpf.
Lord van Kolljee nimmt das Papier und setzt sich an einen Tisch und füllt es aus. Auftritt Lilli Baum.
WÄCHTER: Hallo Lilli, wie geht's?
LILLI: (macht eine abwiegelnde Miene.)
WÄCHTER: Ist Günther immer noch krank?
LILLI: (nickt traurig.)
WÄCHTER: Dann mal gute Besserung für ihn!
LILLI: (lächelt dankend.)
KÜNOPHIL: Hier! Ihr müsst meinen Daniel finden! Er ist wie ein Sohn für mich!
WÄCHTER: Jaja, wir tun unser Bestes. Wir melden uns bei Ihnen...
KÜNOPHIL: Das will ich hoffen! Ich will täglich über den Stand der Nachforschungen informiert werden.
Lord van Kolljee ab.
LILLI: (macht ein fragendes Gesicht.)
WÄCHTER: Was für ein arroganter Fatzke. (liest das Formular durch und legt es auf einen Stapel.) Man kann über die Bürokratie schimpfen wie man will, aber sie ist eine gute Arbeitsvermeidungstechnik. Einfach Papier auf den Stapel legen und man braucht nichts mehr zu tun.
Auftritt Araghast Breguyar.
ARAGHAST: Was wollte denn der Lord hier? Seine Miene schwankte zwischen traurig und besorgt.
WÄCHTER: Ach, diese Lords regen sich doch wegen jeder Kleinigkeit auf.
ARAGHAST: Ja, gerade Lord Kolljee ist ja bekannt dafür.
Auftritt Bote.
BOTE: Nachricht von Lord Vetinari.
ARAGHAST: (nimmt die Nachricht entgegen und liest.) Nur ein Satz. "Lord Künophil van Kolljee ist eine einflussreiche Persönlichkeit dieser Stadt."
WÄCHTER: Mann, Lord Vetinari ist schnell.
ARAGHAST: Und er drückt sich deutlich aus. Was wollte der Lord denn?
WÄCHTER: Hier, ich habe das Formular extra nach ganz oben auf den Stapel gelegt (reicht Araghast das Formular.)
ARAGHAST: Gut. Mal sehen, was denn so lebenswichtig ist.

~o~


Hauptquartier der "Roten Horde". Die Bandenmitglieder diskutieren.
TED: So, mal Ruhe hier! Gestern Nacht ist ein potentielles Neumitglied an der alten Eiche zu Tode gekommen. Wer weiß etwas darüber?
RUDI: Von uns hat ihn niemand umgebracht.
PAUL: Dann waren es die anderen. Die hinterlassenen Spuren waren eindeutig deren Handschrift.
WILLI: Haben sie gegen unser Abkommen verstoßen?
RUDI: Gute Frage. Das kommt darauf an, welche Motive er hatte.
TED: Das müssen wir herausfinden.
PAUL: Was genau haben wir denn noch mal vereinbart?
TED: Es ist ein Abkommen, mit dem wir für ein Machtgleichgewicht sorgen. Wir haben festgestellt, dass die gegenseitigen Kämpfe uns gegenseitig stark schwächen.
RUDI: Allerdings tut gegenseitige Konkurrenz auch gut, denn ansonsten wird man dekadent und faul [1].
TED: Nachdem wir das herausgefunden haben, stellten wir fest, dass ein Abkommen zum Erhalt des Machtgleichgewichts beiden Banden dient.
RUDI: Das beinhaltet, dass Kandidaten, die neu rekrutiert werden wollen, der anderen Bande vorgestellt werden.
TED: Und dass die Bande mit der geringeren Mitgliederzahl das Erstwahlrecht für die neuen Rekruten haben. Und das sind im Moment wir.
PAUL: Das heißt, dass sie uns den neuen Rekruten hätten vorstellen müssen?
TED: Genau.
RUDI: Das müssen wir klären.
TED: Lass uns eine Einladung zu einem Gipfeltreffen vorbereiten. Heute Abend an der alten Eiche.
RUDI: Gut, ich lasse ihnen die Einladung zukommen.

~o~


Morgens im Hide Park. David steht regungslos an einer Wegkreuzung. Damien G. Bleicht und Kannichgut Zwiebel gehen Streife.
KANNICHGUT: Das Schöne am Park ist doch, dass es zumindest einen Hauch von Grün und Natur gibt. Nicht immer die dreckigen Straßen.
DAMIEN: Ja, und es stinkt auch nicht so...
KANNICHGUT: Stimmt.
Sie schlendern weiter.
KANNICHGUT: Wobei... (riecht in der Luft.) Riechst du das?
DAMIEN: Ja, riecht irgendwie nach... Blut?
KANNICHGUT: Und beginnender Verwesung. Da vorne, hinter den Büschen.
Sie gehen zu den Büschen.
DAMIEN: Ach so, nur ein toter Hund.
KANNICHGUT: Nur ein toter Hund? Du bist gut. Den müssen wir mitnehmen, wegen der Seuchengefahr.
DAMIEN: Aber der ist eindeutig nicht an einer Seuche gestorben, sondern an der Bisswunde am Hals.
KANNICHGUT: Aber mitnehmen müssen wir ihn trotzdem.
DAMIEN: Mitnehmen? Du meinst, wir müssen ihn bis zum Wachhaus tragen? Das ist noch ziemlich weit.
KANNICHGUT: Ist doch nur ein kleiner Schoßhund. (holt eine Tüte hervor.) Der passt sogar in so ne Tüte hier.
DAMIEN: Na gut. Aber du trägst ihn.
KANNICHGUT: Ich glaube, für diese Verantwortung muss man Unteroffizier sein...
DAMIEN: Ich bin dein Vorgesetzter, und du trägst ihn.
KANNICHGUT: Du weißt doch, ich darf nicht, mein Hexenschuss...
DAMIEN: Jaja, du und dein "Hexenschuss". Hm. Gibt's nicht die Regel, dass man einen Tatort nicht verändern darf? Also lassen wir ihn liegen. Nimm ihm einfach das Halsband ab und dann legen wir nachher etwas Papier auf den Stapel...

~o~


Hauptquartier der "Grünen Meute". Die Bandenmitglieder diskutieren.
DAGO: Letzte Nacht ist etwas passiert, was wir unbedingt besprechen müssen. Billy, du warst da draußen, weißt du was darüber?
BILLY: Nicht wirklich. Ich bin mit Daniel - so hieß der Neue - die übliche Runde gelaufen, wir unterhielten uns über dies und das, ich hab ihn ein bisschen eingewiesen und so.
SIMON: Was für ein Eindruck machte er?
BILLY: Er war ein ruhiger Geselle, aber sehr unerfahren. Er sagte, er stamme aus gutem Hause und sei von zuhause weggelaufen, weil er es nicht mehr ertragen konnte. Sein Verhalten passte zu seiner Geschichte.
DENNIS: Und was ist dann passiert?
BILLY: Nichts. Ich sagte ihm, dass wir mit den anderen reden müssten, wegen des Abkommens, und ihn dann kontaktieren würden.
BERNHARD: Hm. Von der anderen Bande kommt nämlich eine Einladung zu einem Gipfeltreffen.
SIMON: Mit einer Begründung?
BERNHARD: Klärung des nächtlichen Vorfalls.
DENNIS: Nun, wir haben ein reines Gewissen und nichts zu verbergen.
DAGO: Gut, dann gebe ich den "Roten" Bescheid, dass wir annehmen.

~o~


Mittags im Hide Park. David steht regungslos an einer Wegkreuzung. Auftritt Sillybos und Lilli Baum.
SILLYBOS: All diese Aufregung wegen so eines blöden Hundes...
LILLI: (zuckt mit den Schultern).
SILLYBOS: Und das als einen Mord zu behandeln, ist ja wohl die Übertreibung des Jahres...
LILLI: (zuckt abermals mit den Schultern).
SILLYBOS: Naja, lass uns das schnell über die Bühne bringen. Warte am besten hier, während ich da hinter den Büschen den Fundort der Leiche untersuche.
Sillybos verschwindet hinter den Büschen.
LILLI: (wartet geduldig.)
DAVID: verschwinde, du blöde elster.
LILLI: wie?
DAVID: was?
LILLI: wer bist du?
DAVID: ach, ich bin nur eine einfache eiche.
LILLI: die von einer elster gestört wird?
DAVID: naja, oben bei meinen neuen zweigen. diese elster hat so 'n komischen tick und knabbert immer an meinen knospen.
LILLI: kannst du sie nicht verscheuchen?
DAVID: ich versuch's ja, aber sie ist ziemlich hartnäckig.
LILLI: sie hat ja auch nicht viele alternativen, du bist ja der einzige größere baum hier weit und breit.
DAVID: das stimmt. aber wer bist du eigentlich?
LILLI: ich bin lilli.
DAVID: deinem akzent nach bist du...hm, sag nichts, eine fichte?
LILLI: ähm, nein.
DAVID: aber ein nadelholz. tanne?
LILLI: ich bin ein mensch.
DAVID: im ernst?
LILLI: ja.
DAVID: menschen können sprechen?
LILLI: die meisten nicht, zumindest nicht so wie du. genau genommen kenne ich keinen anderen, der das kann. aber menschen habe auch eine eigene sprache, die bäume nicht verstehen.
DAVID: hm. ich kriege von menschen nicht viel mit.
LILLI: verständlich, ohne sinnesorgane...
DAVID: nur, wenn sie mich gießen.
LILLI: gießen? wer gießt dich denn hier?
DAVID: ab und zu mal merke ich einen einzelnen strahl am unteren stamm.
LILLI: hm, aber so gießt man doch nicht ... oh, ich verstehe.
DAVID: menschen gießen gut... viel nitrat, viel xanthin. Wesentlich mehr als bei hunden.
LILLI: du kannst menschen und hunde am urin unterscheiden?
DAVID: nicht nur das, auch hunde untereinander. hunde gießen sehr häufig, hier kommen immer regelmäßig so neun bis zehn verschiedene vorbei.
LILLI: aha.
DAVID: heute nacht war ein neuer da, der war irgendwie anders als die anderen. er goss nicht viel, aber das war sehr schön, sehr reichhaltig an mineralien. die anderen hunde trinken zu viel wasser, das verdünnt.
LILLI: interessant.
Sillybos kehrt mit einem großen gefüllten Beutel zurück.
SILLYBOS: So, das wär's. Hier ist der Beutel mit der Hundeleiche. Magst du den tragen? Du weißt doch, mein Hexenschuss...
LILLI: (seufzt und nimmt den Beutel.)
DAVID: was ist los?
LILLI: ich muss leider gehen.
DAVID: es war sehr schön, mit dir zu sprechen, lilli.
LILLI: ja. ich komme bestimmt wieder.
DAVID: das würde mich freuen. du weißt, wo du mich findest.
SILLYBOS: Kommst du, Lilli?
Sillybos und Lilli ab.

~o~


Wachehaus, Büro des Kommandeurs. Araghast Breguyar sitzt am Schreibtisch und liest sich einen Bericht durch.
ARAGHAST: Diese Töle ist also tot. Soll mir Recht sein. (legt den Bericht zur Seite.) Ich kann's immer noch nicht glauben, dass wir das Dahinraffen dieses blöden Köters untersuchen. Als ob wir nichts Wichtigeres zu tun hätten! Aber nein, Vetinari legt natürlich großen Wert darauf... Herein!
Auftritt Lord van Kolljee. Er ist tieftraurig.
ARAGHAST: Mein lieber Lord van Kolljee. Ich bin untröstlich und spende Ihnen mein aufrichtigstes Beileid. Ich war regelrecht schockiert, als ich vom Tod des armen Daniel erfuhr...
KÜNOPHIL: Danke, Kommandeur, das weiß ich zu schätzen...
ARAGHAST: Wenn ich irgendwas für Sie tun kann...
KÜNOPHIL: Ich will, dass Sie den Mörder finden.
ARAGHAST: Was? Das, ähm, ist völlig unmöglich, denn anhand der Bissspur lässt sich höchstens die Spezies oder die Rasse des Täters ermitteln, aber nie im Leben...
KÜNOPHIL: Finden Sie den Täter. Ich setze eine hohe Belohnung zur Ergreifung des Mörders aus, und ich bin sicher, Lord Vetinari würde die Festnahme mit einem großen Wohlwollen beglückwünschen...
ARAGHAST: (gedämpft). Natürlich, Lord van Kolljee. Wir tun unser Bestes.
Lord van Kolljee ab. Araghast Breguyar haut verärgert mit der Faust auf den Tisch.

~o~


Wachehaus, Besprechungsraum von RUM. Die RUM-Mitglieder sind versammelt.
ROMULUS: Leute, wir haben es hier mit einem der ungewöhnlichsten und, ähm...
JACK: ...albernsten...
ROMULUS: ...albernsten - danke Jack - Fälle in der Geschichte von RUM zu tun. Wir suchen den Mörder eines Hundes. Die Autopsie hat ergeben, dass es sich bei dem Täter höchstwahrscheinlich ebenfalls um einen Hund zu handeln scheint. Die Rasse konnten wir noch nicht näher bestimmen. Der Tatort ist in der Nähe der Wegkreuzung an der alten Eiche im Hidepark. Lilli hat den Tatort mit Sillybos bereits untersucht.
LILLI: (meldet sich.)
ROMULUS: Ja, Lilli?
Lilli schreibt eifrig etwas auf ein Blatt Papier. Minuten verstreichen, während die anderen RUM-Mitglieder Lilli beim Schreiben zuschauen...
LILLI: (reicht ihre Wortmeldung an Romulus.)
ROMULUS: (liest.) "Es gibt neun bis zehn Hunde, die sich öfter am Tatort aufhalten. Vielleicht könnten wir diesen Hunden dort auflauern? Und die Eiche heißt übrigens David." Ähm, sehr gute Arbeit, Lilli.
SEBULON: Könnte es sich bei so vielen Hunden um eine Bande handeln, Sir?
ROMULUS: Das ist durchaus möglich. Wenn wir Ihnen auflauern, sollten wir es in voller Mannschaft tun, vielleicht mit Unterstützung von FROG.
LILLI: (meldet sich.)
ROMULUS: Ja, Lilli?
Lilli schreibt erneut eifrig etwas auf ein Blatt Papier, während die anderen RUM-Mitglieder (mit zunehmender Ungeduld) Lilli beim Schreiben zuschauen.
LILLI: (reicht ihre Wortmeldung an Romulus.)
ROMULUS: (liest.) "Wir sollten unsere Schutzkleidung nicht vergessen, denn die Hunde könnten aggressiv sein." Danke für den Hinweis, Lilli. Das Wort "Schutzkleidung" hätte gereicht. Dann wollen wir mal zur Tat schreiten.

~o~


Abends im Hide Park. David steht regungslos an einer Wegkreuzung. Verschiedene RUM- und FROG-Wächter treten auf. Neben David stehen Romulus von Grauhaar und Lilli Baum.
ROMULUS: Alles klar, Leute, überprüft noch mal den Sitz eurer Schienbeinschoner und dann ab in die Büsche!
Romulus geht rum und gibt den Wächtern Instruktionen.
LILLI: hallo david.
DAVID: hallo lilli. schön, dass du wiedergekommen bist.
LILLI: wir sind in einer großen gruppe hier, weil wir ein paar hunde fangen wollen.
DAVID: und du glaubst, dass die hunde hier vorbeikommen?
LILLI: hast du nicht gesagt, hier kommen regelmäßig neun bis zehn hunde vorbei?
DAVID: ja, aber nicht gleichzeitig. immer nur einzeln.
LILLI: oh. das, ähm, ist nicht so gut.
DAVID: die hundebande bräuchte schon einen triftigen grund, um sich hier zu versammeln.
LILLI: zum beispiel?
DAVID: naja, wenn sich zum beispiel eine neue gruppe etablieren würde.
LILLI: hmm. soll ich dir mal einen gefallen tun?
LILLI: (schreibt etwas auf ein Blatt Papier.)
ROMULUS: Denkt an den Gesäßschutz!
Lilli reicht das Papier an Romulus, der es liest.
ROMULUS: (schaut Lilli an.) Im Ernst?
LILLI: (nickt eifrig.)
ROMULUS: Das, ähm, ist eine ziemlich ungewöhnliche Maßnahme. Aber als Werwolf muss ich sagen, dass du womöglich Recht haben könntest...
LILLI: (nickt abermals.)
ROMULUS: (zu sich.) Oje, bitte lass niemanden diesen Bericht lesen. Nun gut... (ruft.) Leute, wir müssen die Hunde anlocken. Das geht nur auf eine Weise... Männer, Angetreten zum An-den-Baum-Wasserlassen!
Allgemeines Gelächter unter den Wächtern.
ROMULUS: Das ist mein voller Ernst. Stellt euch in einer Reihe vor dem Baum auf. Die Frauen nicht.
Die Wächter sind unsicher, ob er es nicht doch ernst meint.
ROMULUS: Los, Braggasch, Sebulon, macht schon.
BRAGGASCH: Äh...
SEBULON: Sir...
ROMULUS: Das ist ein Befehl, muss ich erst so deutlich werden?
Sich irritiert anschauend, bilden die männlichen Wächter eine Schlange vor David. Romulus macht den Anfang und pinkelt gegen den Baum.
ROMULUS: So, und jetzt einer nach dem anderen. Nehmt vorher noch einen guten Schluck aus eurer Wasserflasche, und dann Wasser marsch!
SEBULON: (steht am Baum.) Ja, Sir! (lässt Wasser und salutiert mit der anderen Hand.)
BRAGGASCH: (ist als nächster an der Reihe.) Ich, äh, kann nicht, wenn, äh, jemand zuguckt...
ROMULUS: Braggasch, sei kein Weichei.
BRAGGASCH: Ich versuch's ja, Sir, aber es klappt einfach nicht.
ROMULUS: Ist das ein medizinisches Problem?
BRAGGASCH: Ich, äh, glaube nicht, Sir.
ROMULUS: Vielleicht solltest du dich mit Jack mal darüber unterhalten. Er als Püschologe kann dir da bestimmt helfen.
BRAGGASCH: Äh, ja, Sir (geht etwas beschämt zur Seite).
Romulus wartet, bis alle Wächter am Baum Wasser gelassen haben.
ROMULUS: Sehr gut. Und nun... ab in die Büsche! Keiner bewegt sich, bevor ich nicht den Befehl dazu gebe!

~o~


Die Wächter verstecken sich in den Büschen. Lilli klettert derweil in Davids Baumkrone.
DAVID: danke, lilli, das hat gut getan.
LILLI: hihi, gern geschehen.
DAVID: was passiert jetzt?
LILLI: meine kollegen verstecken sich in den büschen und warten auf die hunde.
DAVID: und du?
LILLI: ich sollte mich eigentlich auch in den büschen verstecken, aber...
DAVID: ja?
LILLI: naja, ich wollte bei dir bleiben.
DAVID: (nach einer pause.) das ist sehr lieb von dir. ich habe selten gesellschaft.
LILLI: und ich habe selten jemanden zum ... reden.
Nachdem alle Wächter sich versteckt haben, klettert auch Romulus auf David.
ROMULUS: Lilli, was machst du denn hier?
LILLI: (beginnt, etwas zu schreiben.)
ROMULUS: Ach, schon gut. Verhalte dich einfach ruhig und sag keinen... naja, bleib einfach da sitzen und verhalte dich ruhig.
LILLI: (nickt, streicht das Geschriebene durch, schreibt was Neues und reicht es Romulus.)
ROMULUS: (liest.) Hm, nein, Lilli, Hunde und Werwölfe können zwar Urinspuren am Geruch unterscheiden, aber ob sie von einem Menschen oder einem Hund stammen, ist vom Geruch her schwer festzustellen. Daher sollte unser Anlockmanöver klappen.
LILLI: (nickt.)
Romulus beobachtet die Umgebung von der Baumkrone aus.

~o~


Abends im Hide Park. David steht regungslos an einer Wegkreuzung. Romulus und Lilli hocken in seiner Krone.
Auftritt der "Roten Horde" von links und "Grünen Meute" von rechts.
TED: Riecht ihr das? Mindestens zehn neue Marken an der alten Eiche. Die sind nicht von uns...
RUDI: Die müssen zur anderen Gang gehören. Sie haben heimlich ihre Leute aufgestockt...
PAUL: Das ist eine Falle!
TED: Ich werde gerade richtig wütend...
WILLI: Schaut mal, da vorne sind welche von der anderen Gang.
TED: Es gibt nur eine Möglichkeit, gegen eine zahlenmäßig überlegene Bande anzukommen. Pure Entschlossenheit! Auf sie mit Gebell!
Die "Rote Horde" stürmt nach rechts.
DAGO: Riecht ihr das? Mindestens zehn neue Marken an der alten Eiche. Die sind nicht von uns...
BERNHARD: Die müssen zur anderen Gang gehören.
DENNIS: Damit verstoßen sie gegen unser abkommen.
BILLY: Zehn neue? Haben die uns schon die ganze Zeit unterwandert?
SIMON: Sie haben uns provoziert, damit wir uns bei diesem Treffen preisgeben.
BERNHARD: Und jetzt wollen sie uns in Überzahl fertig machen.
DENNIS: Ich werde gerade ziemlich wütend...
DAGO: Es gibt nur eine Möglichkeit, gegen eine zahlenmäßig überlegene Bande anzukommen. Pure Entschlossenheit! Auf sie mit Gebell!
Die "Grüne Meute" stürmt nach links.
DAVID: lilli, dein chef ist zu schwer.
LILLI: was?
DAVID: ich kriege einen krampf im ast.
LILLI: oh.
DAVID: halt dich fest, ich muss mich schütteln.
LILLI: ja, mach ich. (legt sich auf den ast und hält sich fest.)
ROMULUS: Da, die Hunde stürmen von links und rechts auf uns zu. Lilli, pass... was machst du da? (schreit.) Waaah-!
David schüttelt sich, Romulus fällt runter.
ROMULUS: (liegt auf dem Boden und stöhnt.)
ROMULUS: (blickt auf und sieht von links und rechts laut bellende, tobende und geifernde Hunde auf sich zu rennen.)
ROMULUS: (ruft laut.) Wääächteeer zu miiiiiir!
Hektische Szenen. Die Wächter versuchen - einige forsch, einige eher vorsichtig -, die Hunde zu überwältigen, welche sich wiederum in alles verbeißen, was dabei laut aufschreit. Letzten Endes gelingt es den Wächtern, die Hunde zu fangen und zum Wachhaus zu bringen.

~o~


Büro von Romulus von Grauhaar. Romulus verhört die Hunde, die von Sebulon nacheinander hereingeführt werden. Ophelia führt Protokoll.
ROMULUS: Es ist das wohl Absurdeste, was ich je in meiner Laufbahn gemacht habe... ein knappes Dutzend Hunde zu verhören, ob sie einen anderen Hund gebissen haben...(seufzt.) Der Nächste!
Sebulon führt einen weiteren Hund mit Maulkorb hinein.
ROMULUS: Wo warst du in der Nacht von vorgestern auf gestern?
TED: Wuff wuff.
ROMULUS: Kennst du Daniel, den Spaniel?
TED: Wau.
ROMULUS: (schaut den Hund scharf an.) Hast du Daniel umgebracht?
TED: (setzt einen Hundeblick auf.) Wuff?
OPHELIA: (entzückt.) Ohhhhh, ist der süüß. Also der kann es nicht getan haben.
ROMULUS: Ophelia, deine Kriterien sind womöglich nicht objektiv genug. (seufzt.) Führ ihn ab, Sebulon. (resigniert.) Ist doch immer dasselbe... Ich habe keine Ahnung, wie wir den Tater überführen können.
Sebulon führt den Hund ab. Auftritt Lilli Baum. Sie reicht Romulus einen Zettel.
ROMULUS: (erschöpft.) Lilli, es wird Zeit, dass Günther wieder gesund wird. Ich habe diese Zettelwirtschaft langsam satt...
LILLI: (macht eine entschuldigende Miene, deutet dann aber mit großen Augen auf den Zettel.)
ROMULUS: Ein weiterer Vorschlag von dir? (seufzt.) Na gut... (liest.) Lilli, einen Hund für einen Mord an einen anderen Hund anzuklagen, ist einer der beklopptesten Fälle, die in meiner Laufbahn untergekommen sind. Aber einen Baum als Zeugen vorzuladen, ist ... (lacht müde und schüttelt den Kopf.) Na los, hol schon den Karren.

~o~


Abends im Hide Park. David steht regungslos an einer Wegkreuzung. Romulus steht mit Lilli neben David. Sebulon führt die Hunde nacheinander zum Baum. Ophelia führt Protokoll.
ROMULUS: Gut, dass die Hunde schon rein instinktiv den Baum markieren, so müssen wir sie nicht dazu zwingen...
Der Hund hebt das Bein und setzt eine Marke. Romulus schaut erwartungsvoll zu Lilli.
DAVID: nein, der auch nicht.
LILLI: (schüttelt den Kopf.)
OPHELIA: (notiert.)
ROMULUS: Der Nächste.
Sebulon führt Billy an den Baum, der sofort das Bein hebt.
DAVID: ja, der war vorletzte nacht hier. zusammen mit dem anderen, ungewöhnlichen hund.
LILLI: bist du sicher, david?
DAVID: ja, ganz sicher.
LILLI: (nickt.)
ROMULUS: Bist du sicher?
LILLI: (nickt.)
ROMULUS: (schaut Billy scharf an.) Das ist also der Übeltäter, der uns soviel Ärger bedeutete. Gut, dann werden wir uns nochmal genauer unterhalten. So von Werwolf zu Hund...
BERNHARD: Du, Billy?
BILLY: Ja, verdammt, ja! Ich hab ihn für einen Spion der Roten Horde gehalten! Er wollte auf einmal soviel wissen, den Geheimgang zu unserem Hauptquartier, die Parole, und auf einmal war ich mir nicht mehr sicher, was ich ihm alles erzählt habe! Der Köter wusste zuviel, das war mein einziger Gedanke! Und als er sich dann davonmachen wollte, dachte ich, ich darf ihn nicht einfach so gehen lassen. Und da bin ich dann hinter ihm hergelaufen und hab ihn hinter die Büsche gezerrt. Ich meine... (schaut sich aus den Augenwinkeln um und dann mit Hundeblick unschuldig zu Romulus.) Wuff?
ROMULUS: Das hilft dir jetzt auch nicht mehr. Geh'n wir.
Alle ab.
ROMULUS: (zu sich, beim Gehen.) Oh Mann, hoffentlich liest niemand diesen Bericht...

~o~


Wachehaus, Büro des Kommandeurs.
ROMULUS: ... und letzten Endes hat Billy gestanden. Er führte Daniel in der fraglichen Nacht umher und erklärte ihm das Straßenköterdasein. Also zum Beispiel wie man Bäume markiert und so weiter. Dann muss Billy misstrauisch geworden sein und hat Daniel umgebracht. Er sagt, dass er aus eigenem Antrieb gehandelt habe und der Rest seiner Bande davon nichts wusste. Daher sind die anderen Bandenmitglieder wieder freigelassen worden. Da wir noch nie einen Fall Hund ermordet Hund hatten, haben wir der Einfachheit halber die gleiche Strafe wie beim Fall Mensch ermordet Mensch angesetzt, worauf ja der Tod steht.
ARAGHAST: Habt ihr Billy gehängt?
ROMULUS: Ähm, nein, aber Schnapper hat uns ein gutes Angebot gemacht, das wir nicht ablehnen konnten. Wir übergaben den Hund seiner Würstchenfabrik.
ARAGHAST: Gut gut. Aber ein paar Fragen habe ich noch, da warst du etwas vage. Was genau für "Vorkehrungen" habt ihr getroffen, damit die Hunde sich an der Eiche treffen?
ROMULUS: Nunja, es stellte sich heraus, dass sie sich ohnehin da treffen wollten.
ARAGHAST: Ja, aber das wusstet ihr ja nicht.
ROMULUS: (ausweichend.) Das stimmt. Letzten Endes ist es Lilli Baum zu verdanken, die die Idee gehabt hat. Das, ähm, ist alles recht kompliziert, du kennst ja Lilli. Die Details stehen dann im Bericht.
ARAGHAST: In Ordnung. Genau wie die Vorgehensweise, wie ihr den Täter genau identifiziert habt?
ROMULUS: Ähm, ja genau. War auch Lillis Idee. Steht alles in dem Bericht.
ARAGHAST: Nun gut. Danke, Feldwebel, ich werde Lord Künophil unterrichten. Nun muss ich mich aber wieder anderen Berichten widmen... (nimmt demonstrativ einen Bericht von seinem Stapel und nickt Romulus zum Gehen zu).
ROMULUS: (zu sich, beim Gehen.) Hehe, ich glaub, ich weiß, wie ich es schaffe, dass er niemals den Bericht lesen wird...

E N D E

~o~

ABSPANN


Es spielten...

... Romulus von Grauhaar, Abteilungsleiter RUM...
ROMULUS: (allein im Kommandeursbüro.) Zum Glück sind diese Papierstapel alle Letzter-Rauf-Erster-Runter-Stapel... (schiebt seinen Bericht unter den Stapel des Kommandeurs.) Hehe, diesen Bericht wird er niemals lesen.

... Araghast Breguyar, Kommandeur der Wache...
ARAGHAST: (zieht den untersten Bericht aus dem Stapel.) Achja, der Romulus... Dann wollen wir mal sehen...

... unterstützende Wächter von RUM und FROG...
JACK: (grinst.) Na, Braggasch, was hast du denn für ein Problem?
BRAGGASCH: Äh...

... und SEALS und SUSI...
KANNICHGUT: Ja, aber meinen Hexenschuss hab ich schon seit zehn Jahren...
SILLYBOS: Ja, aber meinen Hexenschuss hab ich nicht nur im Rücken, sondern auch in Armen und Beinen und Füßen.

... die "Rote Horde" und die "Grüne Meute", zwei rivalisierende Hundebanden...
BERNHARD, der Bernhardiner, DENNIS, der Dackel, DAGO, der Dobermann, PAUL, der Pudel, RUDI, der Rottweiler, SIMON, der Setter, TED, der Terrier, WILLI, der Windhund: (jaulen einen Krebskanon.)

... Billy, der Boxer...
SCHNAPPER: Frische Würstchen, frische Würstchen! Für sagenhafte 10 Cent, und damit treibe ich mich selbst in den Ruin!

... Lord Künophil von Kollier und Daniel, sein Schoßhund...
KÜNOPHIL: (mit Urne und Taschentuch.) Ach Daniel, warum musstest du auch von zuhause weglaufen, mein Kleiner...?

... David, eine alte Eiche...
DAVID: (steht an einer Kreuzung und lässt die Blätter rauschen.)

... und Lilli Baum, eine Verdeckte Ermittlerin bei RUM..
LILLI: (umarmt David.)

~o~

[1] Eine Erkenntnis, die tiefer Einsicht bedarf und die sich nur langsam durchsetzt, auch wenn es bereits zahlreiche historische Beispiele gibt. Voraussetzung ist, dass man Dekadenz und Faulheit als nicht wünschenswert beurteilt.




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